DEUTSCHER FILMPREIS 2018 - Bester Film - Beste Regie - Beste Hauptdarstellerin

3 Tage in Quibéron

Regie: Emily Atef
Deutschland 2017 • FSK: ab 0 Jahren • 116 min

Deutschland macht es seinen Stars oft nicht leicht, was besonders Romy Schneider erfahren musste, die bald nach Frankreich floh und dort zu dem Weltstar wurde, als der sie auch heute, gut 35 Jahre nach ihrem Tod, noch verehrt wird. Glücklich wurde sie allerdings nie, eine Hassliebe zur Presse und zur Öffentlichkeit prägte ihr Wesen, wie Emily Atef in ihrem ästhetischen, melancholischen Film „3 Tage in Quiberon“ zeigt.


1981 verbringt der Weltstar Romy Schneider (Marie Bäumer) drei Tage mit ihrer besten Freundin Hilde in dem kleinen bretonischen Kurort Quiberon, um sich dort vor ihrem nächsten Filmprojekt ein wenig Ruhe zu gönnen. Trotz ihrer negativen Erfahrungen mit der deutschen Presse willigt sie in ein Interview mit dem „Stern“-Reporter Michael Jürgs und dem Fotografen Robert Lebeck ein. Aus dem geplanten Termin entwickelt sich ein drei Tage andauerndes Katz- und Mausspiel zwischen dem Journalisten und der Ausnahmekünstlerin, in das sich auch Romy Schneiders Freundin Hilde und Robert Lebeck immer stärker involvieren lassen…
Einen ehrlicheren Einblick in ihr Privatleben hatte Romy Schneider vor ihrem Interview mit dem „stern“ 1981 zuvor keinem anderen Medium gewährt. Inspiriert von wahren Begebenheiten, erzählt die Regisseurin Emily Atef von einem entscheidenden Ereignis in der letzten Lebensphase einer der berühmtesten deutschen Schauspielerinnen aller Zeiten.

Wie Bäumer, die Schneider in Mimik und Gestik auf verblüffende Weise ähnelt, das spielt, die unglaubliche Offenheit von Schneidet andeutet, die ihren Leinwandfiguren so eine enorme Emotionalität verlieh, wie sie mal stark und selbstbewusst mal schwach und verletzlich ist, allein das ist toll.
Doch auch stilistisch weiß Atefs Film zu überzeugen, in weichem schwarz-weiß gefilmt, den Bildern Lebecks nachgeahmt, der in Quiberon eine der bekanntesten Foto-Serien über die oft fotografierte Schneider einfing. Auch vom Wissen um das, was folgen sollte, lebt dieser Film, vom Wissen um den baldigen Tod Schneiders, die viel zu jung starb, aber in zahlreichen wunderbaren Filmen weiterlebt, und nun auch durch diese berührende, melancholische Hommage.

Für Ihre Leistungen gewannen beide den Deutschen Filmpreis 2018.

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