Ein Dorf zieht blank

Regie: Philippe Le Guay
Frankreich 2018 • 105 min

Die Krise macht auch vor Le-Mêle-sur-Sarthe, einem kleinen normannischen Dorf, und seinen Landwirten nicht halt. Durch Zufall gelangt der große Konzeptfotograf Blake Newman, der Menschenmassen nackt inszeniert, in den beschaulichen Ort. Der Bürgermeister sieht darin DIE Gelegenheit, sein Dorf zu retten. Nur: Welcher Normanne würde sich schon nackt ausziehen…

In dieser Tragikomödie erzählt Philippe le Guay (»Molière auf dem Fahrrad«) von der Komplexität der ländlichen Welt: Jenseits des Klischees des knurrigen Normannen gegenüber dem amerikanischen Fotografen präsentiert er ein ländliches Universum voller Nuancen. Ökonomisch abgehängt und demoralisiert – wie es eine Figur im Film ausdrückt: „Uns wurde doch schon alles genommen, da werden wir uns doch nicht zusätzlich ausziehen?“ – bewegen sie sich zwischen Tradition und Moderne. Und so wird Nacktheit auch zu einer politischen Waffe, einer Ode eines gemeinsamen Kampfes und ist Anlass vieler komischer Situationen.
François Cluzet spielt als Bürgermeister die Hauptrolle in diesem Film. Eine weitere Hauptrolle geht definitiv an die Normandie, die wunderbar durch die Bildsprache aufgewertet ist. In diesem Universum spielen die Einwohner ihre lustigen, herzzerreißenden, grotesken Rollen und zeigen so, dass sie alle bereit sind, ihre letzte Unterhose für die gemeinsame Sache zu opfern!

Demnächst in der Schauburg

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