ab Donnerstag, 12.August

Falling

Regie: Viggo Mortensen
Kanada/Großbritannien 2020 • 112 min

Nach drei Oscar-Nominierungen als Schauspieler will der „Herr der Ringe“-Star und Publikumsliebling Viggo Mortensen zeigen, dass er mehr im kreativen Köcher hat und wirft mit dieser bewegenden Vater-Sohn-Geschichte seinen Hut als Autor und Regisseur in den Ring.
Sein Regiedebüt überzeugt durch die beeindruckende Atmosphäre, die er zwischen der Figur des Vaters und der des Sohnes kreiert. Viggo Mortensen gelingt nicht nur eine einfühlsame Schauspiel- und Szenenführung als Regisseur, sondern auch eine nuancierte und feinfühlige Darstellung des homosexuellen Sohnes, der sich von seinem Vater stets missverstanden und ignoriert fühlt. Mit psychologischer Präzision entwickelt Mortensen ein enorm bewegendes, gänzlich kitschfreies Drama, das unter die Haut geht. Die Intensität, der Naturalismus und der schonungslose Blick, mit denen er inszeniert hat, erinnern eher an das europäische Kino, etwa von Ingmar Bergman.

Der nach dem Verlust von zwei Ehefrauen verbitterte Witwer Willis Peterson zieht von seiner Farm auf dem Land nach Los Angeles, um bei der selbstgewählten Familie seines schwulen Sohnes John, dessen Ehemann und ihrer Tochter, zu leben. Als John und seine Schwester Sarah zusammenkommen, um die Pflege ihres Vaters zu organisieren, müssen sie sich mit dem Einfluss ihres Vaters auf ihre Leben, in der Vergangenheit und im Heute, auseinandersetzen.
In Zeiten von ansteigendem Hass und Homophobie lässt sich dieses berührende Familiendrama durchaus als Parabel für die Gesellschaft sehen. Die queere Familie mit Kind und Empathie-Potenzial als zukunftsträchtige Perspektive.

Demnächst in der Schauburg

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