Der Tarkowski-Saal ist mit 108 Plätzen der kleinste Saal der Schauburg. Etwas mürrisch schauen sie auf uns, die Köpfe des Stalker. Der gleichnamige Film machte den russischen Filme- macher bei uns berühmt. Leider schuf Andrej Tarkowski nur sechs weitere Filme in seinem kurzen Leben, von denen er selbst sagte, sie seien mehr Faktur als Symbol.

Der 1932 geborene Andrej nahm schon als Kind an Musik- und Zeichenkursen teil, studierte ab 1951östliche Sprachwissen- schaften, um schließlich drei Jahre später an der Moskauer Filmhochschule angenommen zu werden.
Mit seinem ersten Film, "Iwans Kindheit", der 1962 gleich mit dem goldenen Löwen von Venedig ausgezeichnet wurde, begannen die politischen Probleme seines Staates für ihn spürbar zu werden. Seine Ideen blieben meist wegen der staatlichen Zensur und des gekürzten Budgets auf der Strecke. Weitere wichtige Filme wie "Andrej Rubljev" und "Solaris" entstanden in dieser Zeit.

Nach einer Hamlet-Inszenierung an der Moskauer Staatsoper wurde Tarkowski erneut nach Italien eingeladen. Trotz der schmerzhaften Trennung von seiner Familie entschied er sich, dort zu bleiben. "Nostalghia" und sein letzter Film "Opfer" sollten dann im Exil entstehen.

Ein Jahr nach Abschluss der letzten Dreharbeiten (1986) starb der Regisseur am 29. Dezember in einer Pariser Krebsklinik.
 
   
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